Vor 2 Wochen gepostet

Am Herz-Jesu-Freitag im Mai war Torsten Hartung bei uns, um uns von seinem Lebensweg zu erzählen. Es ist eine Geschichte von verletzter Liebe, von Gewalt, Schuld und Kriminalität, die ihn mehrfach ins Gefängnis brachte. Aber es ist auch eine Geschichte von der vergebenden und erlösenden Macht des Herrn Jesus Christus.

DEO GRATIAS!

Vor 1 Monat gepostet

Die Juvi-Geschichte von Frater Marcellinus vom 5. April 2013

Die SMS

Lisa schaut gespannt auf ihr Handy – er hat noch immer nicht geschrieben. Dabei hat er es doch versprochen, sich zu melden, wenn er daheim ankommt. Ist etwas passiert? Gab es einen Unfall? Nein, nein … sicher hat er sich mit den Eltern verquatscht. Schließlich haben sie sich seit einigen Wochen nicht gesehen. Alle möglichen Gedanken gingen ihr durch den Kopf. Die ganze Fahrt mit der U-Bahn nach Hause blickt sie immer wieder auf das Handy.

Daheim angekommen fährt Lisa sofort den PC hoch – vielleicht kam ja auch eine E-Mail oder eine Nachricht in Skype? Doch auch hier nichts von Martin. Komisch, hat er mich etwa vergessen? Quatsch – warum denn?!

Lisa und Martin sind Studienfreunde. Beide sind in ihrem 3. Studiensemester an der Uni und sitzen bei den meisten Vorlesungen nebeneinander. Und auch privat verstehen sich beide sehr gut und verbringen viel Zeit miteinander.

Schon vom ersten Studientag an, als sie bei einer Einführungsvorlesung zufällig nebeneinander saßen, hatte die Begegnung mit Martin für Lisa etwas Eindrückliches. Sie war irgendwie fasziniert von ihm. Martin war ein normaler junger Mann, Anfang 20, ca. 1,80 m groß. Weder besonders sportlich aussehend noch besonders cool gekleidet. Einfach normal. Eigentlich wäre er Lisa gar nicht aufgefallen, doch er hatte etwas, was sie sofort faszinierte – sein Lächeln und sein Humor.

Im Laufe der Zeit lernten sich beide immer besser kennen und freundeten sich richtig gut an. Sie gingen zusammen ins Kino, tranken Kaffee, mochten beide gern Billard spielen und lachten sich kaputt, wenn der andere mit dem Queue diese weiße Kugel nicht traf.

Lisa begann zu träumen, während sie sich in der Küche einen Tee kochte.

Und da war es wieder – sein Lächeln. Wie ein Blitz schoss ihr der Gedanke in den Kopf. Wie er immer zu ihr herüberschaute, als sie kurz vor seiner Abfahrt am Bahnhof mit ihm den Fahrplan studierte. Sie bekam Herzklopfen beim Gedanken an diesen Moment. Solche ähnlichen Momente häuften sich in den letzten Wochen und Lisa fing an zu grübeln, während sie das heiße Wasser über den Teebeutel goss. Ist da etwa mehr bei mir? Ihre Hände zitterten ein wenig vor Aufregung, als sie den Wasserkocher zurückstellte. Das kann nicht sein, sagte sie sich. Er ist doch nur ein Freund. Quatsch – wir verstehen uns halt gut. Sie verwarf den Gedanken gleich wieder und nahm den Beutel aus der Tasse.

Stunden später, ohne sich selbst eine Antwort über ihre Gefühle geben zu können, ging sie schlafen. Und immer noch kein Lebenszeichen von Martin.

Piep – Piep. Das Handy blinkt und der Vibrationsmodus reißt Lisa aus dem Schlaf. 1.34 Uhr. Eine SMS von Martin. Im Halbschlaf und mit halb geöffneten Augen liest sie die Nachricht. Sorry, dass ich mich erst jetzt melde. Hab mich mit den Eltern verquatscht. Melde mich bald. Gute Nacht und süße Träume, Martin.

Mit einem Lächeln und den Gedanken bei Martin sank sie schnell wieder in den Schlaf. Er hat mich doch nicht vergessen.

Am darauffolgenden Morgen beim Aufwachen hatte sie das Lächeln noch immer im Gesicht. Er hat sich doch gemeldet – schön. So konnte der Tag beginnen.

Als die Semesterferien rum waren, war alles beim Alten. Martin nahm Lisa in den Arm, drückte sie fest und freute sich, sie wiederzusehen. Auch sie war erfreut über das Wiedersehen. Das war vor sechs Monaten. Vieles hatte sich zwischenzeitlich bei den beiden verändert. Im Laufe der Monate kühlte ihre Freundschaft etwas ab. Manchmal meldete sich Martin einfach gar nicht bei ihr – und wenn er dann mal online war, schrieb SIE ihn an, um mit ihm zu quatschen. Lisa merkte, dass hier etwas nicht stimmte, dass sich etwas verändert hatte.

Die Osterferien haben begonnen. Das Lächeln in Lisas Gesicht ist nicht mehr so stark. Martin hat sich wieder nicht gemeldet. Keine SMS, keine Nachricht oder E-Mail – nichts. Was soll das? Lisa ist am Boden zerstört. Sie denkt aber ständig an ihn, gerade dann, wenn sie an der Eisdiele vorbeikommt, in der er gern mit ihr saß und sie sich gegenseitig das Eis aus dem Eisbecher geklaut hatten; oder an den Park, in dem sie gern Frisbee gespielt hatten. Mist!, denkt sie sich, lässt er mich so hängen... Lisas Hoffnung, etwas von Martin zu hören, schlägt in Enttäuschung um, und mit jedem Tag, an dem sie nichts von ihm hört, ein Stück mehr.

Es ist nun kurz vor Ostern. Alle kaufen schon Schokoladenosterhasen für ihre Lieben und alle möglichen Bastelutensilien, um Eier zu bemalen oder Osterkörbchen zu basteln. Stimmt – Ostern! Mist!, sagt sich Lisa, hab ich das doch vor lauter Martin vergessen. Was ist heute für ein Tag? Ui … schon Mittwoch! Am Sonntag ist Ostern, denkt sie sich und macht sich auf den Weg in ein Kaufhaus.

Da kommt Lisa an einer Kirche vorbei.

Einen flüchtigen Blick wirft sie hinein, geht aber ohne groß nachzudenken weiter. Kirche – Gott – Leben nach dem Tod: Darüber hat sie sich nie wirklich Gedanken gemacht. Warum auch, sie ist ja noch jung. Auch die Eltern waren nie wirklich im Glauben verwurzelt. Ostern und Weihnachten ging man halt mit der Familie in die Kirche – es war halt Tradition.

Im Kaufhaus angekommen, ging Lisa in die Süßwarenabteilung. Zielstrebig suchte sie einige Osterhasen und Zuckereier aus – auch Martin bekommt einen Hasen. Selbstverständlich.

Doch noch während sie so durch die Abteilung schlenderte, sagte sie sich: Warum sollte ich Martin einen Hasen schenken? Er meldet sich Tage oder Wochen lang nicht, und dann bin ich wieder diejenige, die sich zuerst bei ihm meldet? NEIN – diesmal bleibe ich standhaft und melde mich nicht bei ihm oder bring ihm eine kleine Aufmerksamkeit mit! Sie macht noch vor der Kasse kehrt und stellt den Hasen zurück.

Schwer ist ihr dieser Schritt gefallen, hat sie Martin doch sehr gern. Und unter uns – sie hat sich doch auch etwas mehr erhofft.

Lisa verlässt niedergeschlagen das Kaufhaus und geht durch die Fußgängerzone zur U-Bahn-Haltestelle.

Da kommt sie wieder an der Kirche vorbei. Und diesmal – geht sie hinein. Zögerlich und unsicher öffnet sie die große, schwere Kirchentür. Von innen strömt ihr warme Luft entgegen, sie geht hinein. RUMS – die Kirchentür fällt hinter ihr zu.

Lisa fühlt sich sofort geborgen und aufgehoben. Kerzen brennen vor einer Madonnenstatue, der Mesner räumt etwas im Altarraum umher und einige alte Frauen beten an einem Seitenaltar den Rosenkranz. Sie schmunzelt über das Klischee, das ihr soeben über die Kirche in den Sinn kommt.

Doch sie setzt sich. Verweilt. Schaut nach vorn Richtung Altar. Das Kreuz ist mit einem violetten Tuch verhüllt.

Beten kann sie nicht – das hat ihr nie jemand beigebracht. So fängt sie einfach an, ihre Gedanken kreisen zu lassen. Martin, immer wieder Martin. Mensch, denkt sie sich, so kann das nicht weitergehen.

Während sie so mit den Gedanken kreist, fällt ihr ein Licht an der rechten Seite der Kirche auf. Es leuchtet Grün.

Ein Herr geht durch die Tür und das Licht wird Rot. Nach 10 Minuten kommt er wieder raus. Ah, der Beichtstuhl, denkt sich Lisa. Hm, naja eigentlich hab ich nie Leuten etwas Böses wollen oder ihnen getan. Ich müsst glaub ich nicht beichten. MARTIN – schießt es ihr wie ein Blitz durch den Kopf. Mist – was ich die letzten Wochen alles Schlechtes gedacht habe über ihn… Lisa bekommt ein schlechtes Gewissen. Sie verbringt eine halbe Stunde in der Kirche – grübelt, denkt nach, schwelgt in Erinnerungen und immer wieder drängt sie der Gedanke, dass sie durch diese Tür treten sollte. Warum? War das mit Martin so schlimm? Ich bin enttäuscht und traurig über sein Verhalten – stimmt. Warum sollte ich aber beichten?

Irgendwann packt sie allen Mut zusammen, steht auf, öffnet vorsichtig die Tür. Drinnen hört sie die Stimme des Priesters: „Kommen Sie ruhig – nur Mut.

Lisa schließt die Tür hinter sich.

Nach 15 Minuten kommt sie heraus. Tränen in den Augen und in den zitternden Händen ein Bildchen, das ihr der Pfarrer am Ende der Beichte gegeben hat.


Lisa setzt sich in die Bank und bricht in Tränen aus. Sie ist so ergriffen von dem, was sie gerade erlebt hat. Sie schaut wieder hoch zum verhüllten Kreuz und sagt leise vor sich hin: Du hast mir vergeben? Alles? Stille. – Sie wischt sich die Tränen mit einem Taschentuch weg.

Eine innere Zufriedenheit macht sich bei ihr breit. Was hat der Priester noch zu ihr gesagt? „Vergeben Sie! – Wie Jesus Ihnen vergeben hat.“

Sie bricht wieder in Tränen aus.

Nach einer Weile steht sie auf. Sie drängt es geradezu nach draußen, an die frische Luft. Sie hat jetzt wieder ihr Lächeln auf dem Gesicht.

Kaum aus der Kirche draußen, zückt sie das Handy. Oh, eine SMS von Martin. Sie öffnet sie mit einer inneren Gelassenheit: Liebe Lisa – ich hoffe, es geht dir gut? Ich vermisse Dich. Wollen wir uns nächste Woche in unserer Eisdiele treffen? Und ich glaub, uns würde eine richtige Aussprache guttun. Liebe Grüße, Martin.

Sie stockt, bleibt stehen und weiß nicht, ob sie jetzt weinen soll oder vor Freude lachen. Sie überlegt einen Moment und antwortet mit einem Schmunzeln: Gerne – Mittwoch, 15 Uhr? Liebe Grüße, Lisa.

Zufrieden steckt sie das Handy ein und macht sich auf den Weg zur U-Bahn.

 ______________________________________________________________

HERR JESUS,

Du vergibst uns, wenn wir zu Dir kommen;

Du weist niemanden ab, der um Deine Hilfe bittet.

Gib uns die Kraft, Deine Vergebung zu erfahren

und Mut, anderen zu vergeben, die uns vielleicht verletzt haben,

die uns auch unbewusst wehgetan haben.

Schenke uns ein liebendes Herz – eines, wie Du es hast.

Amen.

 

Vor 1 Monat gepostet

ANNUNTIO VOBIS GAUDIUM MAGNUM

QUOD EST: ALLELUIA!

DOMINUS SURREXIT! - SURREXIT DOMINUS VERE! ALLELUIA!

DER HERR IST AUFERSTANDEN! - ER IST WAHRHAFT AUFERSTANDEN! HALLELUJA!

EIN GESEGNETES FEST DER AUFERSTEHUNG
UNSERES HERRN JESUS CHRISTUS!

Vor 1 Monat gepostet

INCIPIT SACRUM TRIDUUM

Am Gründonnerstag hat mit der Messe vom Letzen Abendmahl das Heilige Triduum begonnen, die höchsten Feiertage der Christenheit.

Nach der Heiligen Messe am Gründonnerstag werden die Altare und alle Kerzen und Blumen abgeräumt. Dazu stehen immer zwei Mitbrüder im Altarraum und singen im Klageton den Psalm 21(22), den Christus sterbend am Kreuz gebetet hat.

Vor 2 Monaten gepostet

GAUDIUM MAGNUM: HABEMUS PAPAM!

paterkilian:

QUI NOMEN SIBI IMPOSUIT: FRANCISCUM.

image

Foto (c) www.kath.net / romereports.com

Hurra! In großer Freude - eine gute erste Nacht als Papst der Heiligen katholischen und apostolischen Kirche! Wir beten für Sie!

Vor 2 Monaten gepostet

Dreizehn Jahre - JuVi-Geschichte vom 1. März 2013

paterkilian:

„Steigen Sie in das Auto, los!“ – Einer von den beiden Mitarbeitern des Ministeriums für Innere Sicherheit hatte Franz’ rechten Arm fest gepackt und ihn hinter dem Rücken verdreht. „Wo bringen Sie mich hin?“, fragte Franz. „Schnauze!“, bellte der Mann zurück. Dann drückte er Franz’ Kopf fest nach unten und schob ihn in das Auto hinein, auf die Rücksitzbank. „Halten Sie die Hände nebeneinander vor dem Bauch zusammen! So!“ – Er machte es ihm vor. Franz tat, was der Mann sagte, und in Windeseile rastete ein Paar Handschellen über seinen Handgelenken ein. Der Mann sah Franz an und sagte: „Wir wissen, dass Sie in terroristische Seilschaften verwickelt sind!“ – Noch bevor Franz etwas sagen konnte, knallte der Mann von außen die Autotür zu, ging um das Auto herum und setzte sich auf den Fahrersitz, neben seinen Kollegen, der auf dem Beifahrersitz saß. Franz’ Magen drehte sich. Er hatte nichts dabei außer den Kleidern, die er am Körper trug. Noch nicht einmal eine Jacke. Keiner seiner Freunde und Kollegen wusste etwas von dieser – war es eine Entführung? Frühestens am nächsten Morgen würde jemand merken, dass irgendwas nicht stimmte.

„Wohin fahren wir?“ – Die beiden Männer gaben keine Antwort. „Aber ich bin kein Verbrecher!“ – Der Beifahrer drehte sich um, blickte ihm einige Sekunden fest in die Augen und sagte: „Sie halten jetzt ihren Mund und reden erst wieder, wenn Sie gefragt werden, klar? Sonst können wir nämlich auch anders. Genießen Sie lieber die Aussicht, damit ist es nämlich bald vorbei!“ – Franz sank der Mut. Er schaute aus dem Fenster, mit Tränen in den Augen. Alles, was er dort sah, war ihm bekannt, und doch endlos weit entfernt: Die Stadt, die Dörfer, durch die sie bald kamen, die schöne Landschaft mit den Bergen auf der einen und dem Strand auf der anderen Seite. Sie fuhren Richtung Norden. Seine Gedanken kreisten. „Warum? Was wird jetzt? Mit mir – und mit meiner Herde?“ –

Seit acht Jahren war Franz nun Bischof. Alles schien so gut zu laufen in seiner Diözese, er liebte die Menschen und die Seelsorge. Er konnte begeistern, und so Vieles hatte er schon angeleiert – Wallfahrten, Anbetungsnächte, Jugendgruppen, das Priesterseminar, eine Schule, Bibelkreise und und und. Und die Menschen seiner Diözese ließen sich von seinem Feuer anstecken und zogen mit. Und jetzt? Wie würde alles weiter gehen, wenn er mir nichts, dir nichts von heute auf morgen einfach verschwindet? Was wird mit ihm geschehen? – „Gott, warum lässt du das zu?“, flüsterte er, und begann zu beten Irgendwann schlief er ein, voller Unruhe und innerer Qual.

Als am nächsten Tag langsam klar wurde, dass irgendwas nicht in Ordnung war, brachen einige seiner Mitarbeiter die Tür zur Bischofswohnung auf. Alles wirkte wie immer, nichts sah nach einem Aufbruch aus. In der Spüle war noch das Spülwasser, daneben lagen die abgestreiften Gummihandschuhe. „Sogar seine Jacke hängt noch in der Garderobe.“, sagte Pater Thomas, sein Sekretär.

Das war der Anfang eines langen und schweren Weges, den Bischof Franz-Xaver Nguyen Van Thuân vor sich hatte, als er von der kommunistischen Regierung in Vietnam 1975 gefangen genommen wurde. Kurz vorher war er zum Erzbischof-Koadjutor von Saigon ernannt worden, d.h. in dem Moment, wo der aktuelle Erzbischof von Saigon starb, wäre er automatisch der neue Erzbischof gewesen. Und das stank den Kommunisten gewaltig, wie überhaupt das ganze Katholikenpack. Also wollten sie den „Feind“ unschädlich machen.

Dreizehn Jahre hielten ihn die Kommunisten schließlich in brutaler Gefangenschaft, versuchten ihm in Umerziehungslagern und mit Folter seinen christlichen Glauben und sein Priestertum auszutreiben. Neun Jahre davon verbrachte Bischof Van Thuân in strenger Isolationshaft.

Er erzählt: „Als ich mich in Isolationshaft befand, beaufsichtigten mich fünf Wächter; sie wechselten sich ab, zwei waren immer bei mir. Ihre Vorgesetzten hatten zu ihnen gesagt: „Alle zwei Wochen tauschen wir die jeweilige Gruppe gegen eine andere aus, damit ihr von diesem gefährlichen Bischof nicht ‚verdorben’ werdet.“ – Später haben sie entschieden: „Wir tauschen euch nicht mehr aus, sonst verdirbt dieser Bischof alle Polizisten!“ – Die Polizisten hatten sich durch ihren Wachdienst bei dem Bischof vom Kommunismus zum Katholizismus bekehrt!

Mit dem Vorsatz, die Liebe Jesu, die der Bischof in seinem Herzen hatte, mit ganzer Hingabe auch an seine Wächter weiterzugeben, begann er damit, ihnen von seinen Auslandsreisen zu erzählen. Von Rom, Kanada, den Philippinen und den Begegnungen mit den Menschen dort. Anfangs versuchten die Männer ihn zu ignorieren, aber sie hörten natürlich doch zu, und irgendwann wurden sie neugierig. Sie begannen, ihm regelrecht Löcher in den Bauch zu fragen. Und dann wollten sie Fremdsprachen lernen – und so wurden sie von den strengen Aufpassern zu seinen Schülern, lernten bei ihrem Gefangenen ein wenig Englisch und Französisch. Getarnt als Medizin für den Magen wurde ihm Messwein in die Haft geschmuggelt, und in einer Krücke versteckt sogar Hostien. So feierte er jeden Tag heimlich die Heilige Messe, mit drei Tropfen Wein und einem Tropfen Wasser. Der Kelch – war seine hohle Hand.

Mehrfach wurde Franz-Xaver Nguyen Van Thuân in andere Gefängnisse gebracht. Doch auch dort freundete er sich früher oder später mit den Wärtern an. Er betete für sie und versuchte sie ebenso zu lieben, wie der Herr die Menschen liebt. So gelang es ihm eines Tages beim Brennholz Sägen, heimlich ein kleines Holzkreuz herzustellen. Als der Wärter ihn erwischte und das Kreuz sah, schaute er solange weg, bis der Bischof es in seiner Hosentasche hatte verschwinden lassen.

Als er wieder an einen anderen Ort verlegt wurde, konnte er dort nach einigem Zögern seinen Wächter dazu überreden, ihm ein Stück Elektrokabel und eine Zange zu bringen. Noch bevor die Wachschicht zu Ende war, hatte der Bischof dem Polizisten beigebracht, wie man mit einer Zange und einem Stück Kupferdraht eine Kette herstellen konnte. An diese Kupferkette hängte er dann sein Holzkreuz, das nun sein Bischofskreuz war – unter dem Hemd, und manchmal auch unter dem Kopfkissen.

 

image

Franz-Xaver Kardinal Nguyen Van Thuân († 2002) mit der Kette, die er im Gefängnis gemacht hatte. (Foto: (c) catholicnewsagency.com)

Durch die Mithilfe von Papst Johannes Paul II. wurde Franz-Xaver Nguyen Van Thuân 1988 nach dreizehn Jahren in Gefangenschaft überraschend freigelassen. Dreizehn Jahre lang hatte keiner gewusst, wo er war, oder ob er überhaupt noch lebte. Nun war er frei, doch er musste sein Heimatland Vietnam sofort verlassen und ins Exil gehen. Papst Johannes Paul rief ihn nach Rom an die Kurie, wo er schließlich im Jahr 2001 zum Kardinal erhoben wurde.

Ich glaube, er hätte bei einem Konklave bestimmt gute Chancen gehabt, Papst zu werden. Aber der Herr hat offenbar eingesehen, dass der kleine, große Bischof aus Vietnam in seinem Leben schon genug gelitten hatte.

Franz-Xaver Kardinal Nguyen Van Thuân starb am 16. September 2002 in Rom im Alter von 74 Jahren an Krebs. Bis zuletzt trug er sein Bischofskreuz an der Kette, die er im Gefängnis aus einem Kupferkabel gemacht hatte. Der Seligsprechungsprozess wurde am 22. Oktober 2010 eröffnet.

 

HERR JESUS,

das Böse in der Welt tobt gegen dich und dein Wort,
und gegen die, die es zu den Menschen bringen.
Immer wieder sollen sie unschädlich gemacht werden,
als wären sie hochgefährliche Staatsfeinde,
so wie Paulus in Rom, oder wie Kardinal Van Thuân in Vietnam.
Ja, dein Wort ist eine gefährliche Waffe,
aber nur, wenn man auf der falschen Seite steht!
Hilf uns, immer auf der richtigen Seite,
an deiner Seite zu bleiben.
Schenke deiner Kirche und allen Menschen nun einen neuen Papst, einen Hirten auf Erden nach deinem Herzen!

Amen.

Lesenswert:

François Xavier Nguyen Van Thuân: Hoffnung, die uns trägt. Die Exerzitien des Papstes. Freiburg: Herder, 2012.

Vor 3 Monaten gepostet

In die Wildnis - Jugendvigil vom 1. Februar 2013

paterkilian:

Christopher McCandless stammte aus einer wohlhabenden Familie, die an der Ostküste der USA lebte. Er war sehr gescheit, hat die Schule und auch den Abschluss an der Universität von Atlanta, Georgia, mit lauter Einsern gemacht.

Aber Chris war auch ein bisschen anders als andere. Während seine Mitstudenten am Wochenende Party machten, ist er mit einem Freund ins Stadtzentrum von Atlanta gefahren. Sie gaben ihr ganzes Geld für Cheeseburger aus, die sie dann an die Hungernden und Obdachlosen verteilt haben. Es hat ihn fast zur Verzweiflung gebracht, dass die Menschen in einem so reichen Land wie den USA es einfach hinnehmen, dass direkt neben ihnen Leute sind, die nichts zu Essen, kein Zuhause haben. „Sie machen einfach die Augen zu, damit sie ungestört ihre Parties feiern können. Aber das darf nicht sein.“, sagte er.

Doch das war nicht das Einzige: Chris war insgesamt so richtig angewidert von der Art und Weise, wie die Menschen miteinander umgehen: „Ich verstehe nicht, warum alle Menschen einfach so verdammt mies zueinander sind. Sich gegenseitig belügen, betrügen, einander weh tun und sich umbringen, statt einfach friedlich miteinander zu leben.“, schrieb er in sein Tagebuch.

Der Groll, der da tief in ihm rumorte, hatte auch eine Wurzel in seiner Familie. Unter seinen Eltern schien an der Oberfläche alles glänzend, bürgerlich, wohlhabend, doch dahinter sah es anders aus. Emotionale Gewalt, Geschrei, Vorwürfe waren in der Familie an der Tagesordnung gewesen, seit Chris sich erinnern konnte. Nie durfte er etwas machen, als er kleiner war, zum Beispiel beim Grillen das Feuer anzünden, oder so. Immer sagte sein Vater rigoros: „Nein, geh weg, das ist nichts für dich!“, und wenn seine Mutter dann für Chris einsprang, ging das Gebrüll wieder los. So fühlte er sich in der Familie unverstanden und unterdrückt, und distanzierte sich innerlich immer mehr von seinen Eltern. Manchmal konnte man spüren, dass er seine Eltern und mit ihnen stellvertretend ihre ganze Lebensweise tief verachtete. Die einzige Freiheit, die er gewonnen hatte: Zwischen dem Haus seiner Eltern und seinem Studienort Atlanta lagen immerhin 1000 Kilometer. Über den Fortschritt im Studium musste Chris zuhause aber immer Rechenschaft abgeben, solange er noch nicht volljährig war, was in den USA mit 21 Jahren der Fall ist. Im Mai 1990 hat er sein Studium an der Uni abgeschlossen, und seine Eltern und seine jüngere Schwester feierten mit ihm den Studienabschluss in Atlanta. Als die Familie wieder weg war, war der Zeitpunkt gekommen, endgültig auszubrechen. Chris hatte seine Pflicht getan und brav das Studium gemacht. Inzwischen war er über 21, also volljährig. Jetzt war er seinen Eltern keine Rechenschaft mehr schuldig. Ohne etwas zu sagen, spendete er seine ganzen Ersparnisse, immerhin rund 24 Tausend Dollar, einer wohltätigen Organisation, die gegen den Hunger in der Welt kämpft. Geleitet von einer radikalen Sehnsucht nach so einer Art Ursprünglichkeitserfahrung des Menschen in der Natur, zog es ihn Richtung Westen. Er war zu Fuß oder per Anhalter unterwegs, war viel allein, las vor allem Bücher von Leo Tolstoi, Henry David Thoreau und Jack London. Und er traf alle möglichen Leute, die am Rande der Gesellschaft lebten. Hippies, Streuner, überdrehte europäische Touristen, die irgendwo in der Wildnis campten. Chris war immer freundlich, aber er war auch ganz anders als viele dieser „outcasts“. Sehr diszipliniert, immer mit großem Eifer dabei, fleißig, und eher verständnislos als aggressiv gegenüber der so genannten „zivilisierten Art zu leben“, mit ihrer Anbetung von Karriere, Geld und ohne den Blick für das Wesentliche und die Kürze des Lebens, das uns auf Erden geschenkt ist.

Ich glaube, Chris war vielleicht nicht unglücklich, aber innerlich doch ziemlich einsam. Irgendwie blieb er ein Fremder, obwohl er auf seiner Wanderschaft vielen Menschen begegnete, für die er zum Freund geworden ist. Und zu manchen hat er auch noch nach seiner Weiterreise Kontakt gehalten. Nur bei seiner Familie hat er sich nie wieder gemeldet.

Im April 1992 hat sich Chris dann seinen ultimativen Traum erfüllt. Nach monatelangem Training, um körperlich fit zu sein, ist er nach Alaska getrampt, ganz in den Nordwesten Nordamerikas, nicht weit vom Polarkreis entfernt. Geradezu getrieben von dieser großen Sehnsucht, das wahre Leben zu finden, wollte er als Mensch allein in der Wildnis sein und überleben. So hat er sich ein wenig Reis, ein Jagdgewehr, etwas Ausrüstung und ein Buch über essbare Pflanzen und wilde Beeren besorgt und ist auf einem notdürftigen, der Wildnis überlassenen Weg tief in die unbewohnte Gegend nahe dem Mount McKinley hineingewandert. Dort fand er mitten im Niemandsland einen verlassenen Bus, der offenbar Jägern dann und wann als Unterschlupf diente und wo er sein Lager aufschlug.

Allerdings ist die Wildnis doch eine ziemlich brutale und nur wenig romantische Angelegenheit. Als Chris langsam merkte, dass es nur verhältnismäßig wenige Tiere gab, die er mit seinem Gewehr jagen und essen konnte, hatte er schon ziemlich stark abgenommen. Nach knapp vier Monaten wollte er die Wildnis wieder verlassen, aber durch die Schneeschmelze war sein Rückweg abgeschnitten: Der kleine Bach, den er im April überquert hatte, war zu einem großen, reißenden Strom geworden. Mit seinem ausgezehrten Körper hätte er eine Überquerung nicht überlebt. Also kämpfte er sich zurück zu seinem Bus. „Ich bin buchstäblich in der Wildnis gefangen.“, schrieb er in sein Tagebuch. „Es regnet seit Tagen. Ich bin einsam, habe Angst.“

Als Chris dann Anfang August beim Beerensuchen noch aus Versehen giftige Beeren pflückte und aß, war sein Schicksal besiegelt. Irgendwann Mitte August 1992 ist der 24-Jährige an völliger Entkräftung gestorben. Zwei Wochen später hat dann ein Elchjäger zufällig Chris’ Leichnam in dem alten Bus gefunden.

Es ist eigentlich eine traurige Geschichte, aber einer der letzten Einträge in seinem Tagebuch hat mich tief bewegt, weil ich denke, dass Chris McCandless buchstäblich mit letzter Kraft zu dieser letzten, großen Einsicht gekommen ist. Er schrieb:

„Happiness is only real when shared“, das heißt: „Glück ist erst dann vollkommen, wenn man es mit jemand anderem teilt.“

Und auf ein Stück Holz hatte er mit dem Messer geritzt: „Ich hatte ein glückliches Leben, und ich danke dem Herrn. Auf Wiedersehen, und möge Gott euch alle segnen!“

______________________________

HERR JESUS,

danke für all die Menschen,
mit denen wir unser Glück teilen können,
damit es vollkommen wird.

Hilf uns, all denen zu verzeihen,
mit denen manches nicht so gut läuft.
Für sie zu beten, und auch für die Leute,
die wie Chris aus der Geschichte,
erst ganz am Schluss wirklich begreifen,
dass es keiner von uns im Leben ganz alleine schafft.

Gut, Herr, dass Du immer bei uns bist,
alle Tage, bis zum Ende der Welt (Mt 28,20)!

Amen.

 

Informationen:

www.christophermccandless.info, Buch: „Into the wild“ von Jon Krakauer, verfilmt unter diesem Titel von Sean Penn (2007).

Vor 3 Monaten gepostet

Hier ein trailer zum Film über Christopher McCandless, um den es diesen Monat in der Juvi-Geschichte ging…

Vor 4 Monaten gepostet

Keine Spur - die Jugendvigilgeschichte vom 4. Jänner 2012

paterkilian:

basierend auf der Erzählung “Die Brille” von Monika Frischauf.

Es war einmal ein Kaufmann in einer kleinen Stadt, der mit seiner Frau zufrieden lebte. In ihrem Geschäft konnten die Menschen alles bekommen. Er verkaufte Reis, Mehr, Brot, Gemüse, Buntstifte, Zwirn, Süßigkeiten, Wolle, Luftballons – von allem hatte er etwas.

Besonders beliebt war die Kaufmannsfrau bei den Kindern. Schenkte sie ihnen doch oft genug ein Zuckerl oder sonstige Süßigkeiten.

Da starb eines Tages die Frau des Kaufmanns, und er blieb traurig und allein zurück. Nach und nach veränderte er sich. Er wurde immer unfreundlicher, mürrischer, grantiger und hatte an jedem etwas auszusetzen.

Seine Türe klingelte. Herein kam eine Frau: „Guten Morgen!“ Der Kaufmann grüßte nicht zurück, sondern sagte nur: „Sie wünschen bitte?“ In seinem Herzen dachte er: „Das ist die Frau des Lehrers. Sie ist dumm, eingebildet und falsch.“ Und er wog ihr zu wenig Zucker ab. Bald darauf kam die Wirtin vom Gasthaus. „Diese hässliche alte Person! Sie und ihr Mann betrügen alle Gäste. Sie verdient nichts Gutes!“, dachte der Kaufmann, und er gab ihr zu wenig Geld heraus. Da steckten drei Kinder, die von der Schule kamen, den Kopf zur Tür herein: „Kriegen wir ein Zuckerl?“ – „Macht, dass ihr fortkommt, ihr Gfraster!“, schrie der Kaufmann. „Ich habe nichts zu verschenken!“ – Erschrocken und traurig liefen die Kinder davon.

So wurde der alte Kaufmann immer unbeliebter. Aber die Menschen kamen weiterhin in sein Geschäft, denn es war das einzige im Umkreis.

Eines Tages klingelte es an der Tür. Der Kaufmann hob den Kopf, sah aber niemanden. Da hörte er eine zarte Stimme: „Ich will dir etwas schenken!“
Doch der Kaufmann antwortete wütend: „Ich habe nichts zu verschenken. Raus mit dir!“ Das Kind, ein kleiner Bub, sagte nochmals: „Ich will dir etwas schenken!“

Der Kaufmann stutzte: „Du willst mir etwas schenken? Was denn?“ – Der kleine Bursche sagte: „Ich schenke dir eine Brille, mit der du den Menschen ins Herz schauen kannst.“, und legte eine Brille auf den Ladentisch.

Der Kaufmann nahm die Brille und sah sich das Kind genauer an. Es war ein hübscher Junge mit Locken auf dem Kopf. Der Kaufmann fragte: „Wie heißt du? Und woher kommst du? Ich habe dich hier noch nie gesehen!“

Der kleine Bub antwortete: „Ich bin von ziemlich weit her gekommen, weil ich dich so lieb habe. Und eines Tages komme ich wieder.“ Damit verließ er den Laden, und der Kaufmann nahm nachdenklich die Brille von der Nase, sah sie von allen Seiten an, und setzte sie wieder auf.

Kurz darauf ging die Ladentüre wieder auf und die Huberbäuerin kam herein. Durch die Brille konnte der Kaufmann ihr Herz sehen. Zur Hälfte war es schwarz, zur Hälfte rosa. „Hab ich mir doch gleich gedacht“, dachte der Kaufmann bei sich, „sie ist ein schlechter Mensch!“
Als Strafe verkaufte er ihr die Buntstifte zu teuer. Dann kam die Frau von der Tankstelle. Ihr Herz war zu drei Vierteln schwarz. Deshalb verkaufte er ihr Eier, die schon alt waren. Sogar die Kinder, die zu ihm kamen, hatten schwarze Flecken in ihren Herzen.

An diesem Abend, als er nach hinten in seine Wohnung ging, war der Kaufmann stolz auf die Macht, die ihm die Brille verlieh. Er ging ins Vorzimmer und zog seinen Mantel vor dem Spiegel aus. Dabei fiel sein Blick auf sein eigenes Herz. Er zuckte vor Schreck zusammen: Es war ganz schwarz, kohlrabenschwarz.

Langsam begriff er, was sein Herz so furchtbar schwarz gemacht hatte, und sah durch die Brille all die Lieblosigkeiten, Anklagen, Lügen und Betrügereien, die er begangen hatte. Als er so in Gedanken ganz niedergeschmettert war, hörte er auf einmal die feine Stimme des kleinen Kindes, das ihm die Brille geschenkt hatte: „Ich liebe dich, und wenn du wieder anfängst zu lieben, dann wird dein Herz ganz neu.“

In dieser Nacht konnte der Kaufmann nicht schlafen. Aber als er am nächsten Morgen in den Laden kam, begrüßte er den ersten Kunden höflich. Später kam die Frau des Lehrers und wollte Zucker kaufen. Er maß ihr etwas mehr ab, und der Wirtin schenkte er ein Stück Fleischwurst. „Für den Hund!“, sagte er mit einem Lachen, und hielt ihr das in weißes Papier gewickelte Packerl hin, während sie ihn ungläubig anstarrte: „Geht es Ihnen gut?!“

„Sehr sogar!“, rief der Kaufmann ihr strahlend entgegen. Als er am Mittag die Kinder von der Schule kommen sah, ging er zur Ladentür und rief ihnen zu: „Kommt mal her, ich hab ein Stück Schokolade für euch!“ – So veränderte sich der alte Kaufmann. Die Menschen kamen wieder öfter in seinen Laden. Sie blieben länger als bisher, unterhielten sich gerne mit ihm, und sie kauften sogar mehr als früher.

Die Jahre vergingen und der Kaufmann wurde immer älter. Eines Abends – er war sehr müde – zog er wie immer im Vorzimmer seinen Arbeitsmantel aus. Es war der 23. Dezember, einen Tag vor Heilig Abend. Da fiel sein Blick auf die Brille, die auf dem Kasten lag. Seit diesem einen Abend vor vielen Jahren hatte er sie nie mehr aufgezogen. Mit zitternden Händen setzte er die Brille auf und sah etwas ängstlich in den Spiegel. Da! Er konnte sein Herz sehen! Und es war ganz rosa, ohne einen einzigen schwarzen Fleck! Vor Freude riss er die Arme hoch, und wischte sich dabei aus Versehen die Brille von der Nase. Sie fiel auf den Boden und zerbrach auf den Fliesen.

Noch während er den Kopf schüttelte, weil er so ungeschickt gewesen war, war plötzlich der kleine Vorraum ganz hell und von einem goldenen Licht erfüllt. Vor ihm stand der kleine Bub, von dem er die Brille bekommen hatte. Er zeigte auf die zerbrochene Brille und sagte: „Die brauchst du jetzt nicht mehr! Komm mit mir, es wird jetzt Zeit zu gehen.“ Und der Junge nahm den Kaufmann an die Hand.

Als am nächsten Morgen, dem 24. Dezember, die ersten Kunden zu dem Laden kamen, um ihre letzten Weihnachtsbesorgungen zu machen, war die Tür verriegelt. „Geschlossen“ stand auf dem Schild im Fenster. „Dabei macht er doch sonst immer schon 10 Minuten früher auf…“, sagte die Wirtin zu den anderen, und man begann sich Sorgen zu machen.

Als man dann am späten Vormittag die Wohnungstür aufbrach, fand man den alten Kaufmann tot im Vorzimmer am Boden liegen. Das Jesuskind hatte den alten Kaufmann mitgenommen. Und von einer zerbrochenen Brille war nirgendwo etwas zu sehen.



HERR JESUS,

Danke, dass du bei uns bist,

dass deine Ankunft auf der Erde

und deine Geburt als Mensch vor über 2000 Jahren,

kein Märchen ist, sondern Wirklichkeit!

Hilf uns, unser eigenes Herz neu zu machen,

statt über andere zu lästern,

damit auch unser Herz ganz rein ist,

wenn unser Leben hier

einmal zu Ende geht.

Amen.

Vor 5 Monaten gepostet

Kurt Kardinal Koch bei der Juvi im Dezember

Es war wiedermal ein schönes Zusammentreffen bei der letzten Jugendvigil. Diesmal war der Ablauf ähnlich, aber doch anders als sonst. Nach dem Rosenkranzgesätzchen, das wir in der Stiftskirche gebetet haben, strahlte uns mit einem Mal aus dem Altarraum das von P. Raphael gestaltete neue YOUCAT-Kreuz der Neuevangelisierung entgegen.

Nach einem Gebet und einer Schriftlesung hielt Kurt Kardinal Koch, der “Ökumeneminister” des Vatikans, eine Meditation über das Kreuz (kannst Du unten nachhören), bevor er das YOUCAT-Kreuz segnete.

P. Bernhard hat dann in der Kreuzkirche einen jungen Mann wieder in die Kirche aufgenommen, der 1999 ausgetreten war. Anbetung, Dank und Bitten - danke, dass ihr gekommen seid und bis zur nächsten Jugendvigil am 4. Jänner 2013!

Außerdem:

Silvester-Jugendtage und Silvester alternativ siehe: www.stift-heiligenkreuz.at